Die Expertendiskussion der Kieler Fachtagung

Auf dem Podium diskutierten (v. l.) Günter Ernst-Basten, Volker Thomas, Bernd Ehlers, Volker Heß und Gerwin Stöcken.
27. April 2009 – „Der soziale Bereich braucht zukünftig mehr Arbeitskräfte unterschiedlicher Qualifikationen“, zeigte sich Günter Ernst-Basten, Vorstand des PARITÄTISCHEN Schleswig-Holstein, überzeugt. Ein bedeutendes Potenzial bietet der Zivildienst, den es besser zu nutzen gilt. Doch wie kann der Verband den Nachwuchs stärker an sich binden und eine neue Anerkennungskultur schaffen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Expertendiskussion auf der Kieler Fachtagung „Zivildienst im PARITÄTISCHEN".
„Wir sind mit dieser Tagung angetreten, Neues zu denken", ermunterte Moderator Bernd Ehlers, Geschäftsführer der Paritätischen Sozialdienste, seine Gäste zu einem offenen Austausch. Auf dem Podium diskutierten neben Günter Ernst-Basten auch Volker Thomas, Referat für Universitäten und Studienstrukturen im Wissenschaftsministerium, Gerwin Stöcken, Geschäftsführer der ARGE Kiel und Volker Heß, Geschäftsführer der GSM-Group.
„Wer Zivildienst gemacht hat, hat sich engagiert und Erfahrungen gesammelt. Damit ist er auf dem Arbeitsmarkt gut zu vermitteln“, lautete die Einschätzung von Gerwin Stöcken. Zivildienstleistende seien häufig keinen geraden Weg gegangen, beschrieb Günter Ernst-Basten seine Erfahrung. Für die Einrichtungen sieht er darin eine Chance. „Gerade diejenigen, die etwas schräge Ideen haben, geben Anregungen für eine lebendige Qualitätsentwicklung.“ Und das sei extrem wichtig für die Zukunft.
Einen Nachholbedarf in der Anerkennung von Qualifikationen bescheinigte Volker Thomas den Hochschulen. „Da haben sie bisher zu wenig getan.“ Eine Voraussetzung für die Anerkennung sei allerdings, die Kompetenzen im Zivildienst nach bildungspolitischen Kriterien zu bewerten. „Damit man aus der Beliebigkeit rauskommt“, so Thomas.
Mit dem Modellprojekt des zertifizierten Helfers erhalten die Zivildienstleistenden in Schleswig-Holstein schon jetzt einen qualifizierten Nachweis für ihre Arbeit. Diese Anerkennung von Leistungen soll weiter verstärkt werden – vor allem, um die beruflichen Perspektiven der jungen Männer zu verbessern.
Der PARITÄTISCHE Schleswig-Holstein will zukünftig das Gespräch mit Ausbildungsstätten und Hochschulen suchen. Ziel ist eine stärkere Anerkennung von Leistungen, die Zivildienstleistende im Rahmen ihrer Dienstzeit erbracht haben, in Studien- und Ausbildungsgängen. Doch wie sieht der Status Quo in Schleswig-Holstein eigentlich aus? Einen Überblick wollen sich die Verantwortlichen jetzt durch ein gemeinsames Projekt mit der ARGE Kiel verschaffen.
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