:. Tagung Zivildienst

Engagement für einen attraktiven Lerndienst

Tagung "Zivildienst im PARITÄTISCHEN"

27. April 2009 – „Den Zivildienst zu einem attraktiven Lerndienst auszubauen, ist ganz sicher eine Investition in die Zukunft“, bekräftigte Frauke Walhorn das Engagement des PARITÄTISCHEN Schleswig-Holstein. Die Frage, wie sich der Lerndienst noch attraktiver gestalten lässt, stand im Mittelpunkt der Tagung „Zivildienst im PARITÄTISCHEN“. Rund 50 Teilnehmer diskutierten in der Kieler Zivildienstschule ganz offen über Konzepte, Möglichkeiten und Visionen. Zukunftsweisende Workshops, Vorträge und ein Expertenforum boten dafür den idealen Rahmen.

Die Schirmherrschaft für die Veranstaltung hatte der Präsident des Schleswig-Holsteinischen Landtages, Martin Kayenburg. In seiner Vertretung sprach die Vizepräsidentin des Landtages, Ingrid Franzen, ein Grußwort an Gäste und Veranstalter, darunter u. a. Dr. Jens Kreuter, Bundesbeauftragter für den Zivildienst, Frauke Walhorn, Verbandsratsvorsitzende, und Günter Ernst-Basten, Vorstand des PARITÄTISCHEN Schleswig-Holstein.

Dr. Kreuter betonte die sozialpolitische Bedeutung des Zivildienstes. „Wir müssen ihn noch stärker als Chance erfahren“, so der Bundesbeauftragte. Das gelte für alle Beteiligten, vom Zivildienstleistenden über die Einrichtungen bis hin zur Gesellschaft. In Schleswig-Holstein geht der Verband mit den Modellprojekten wie ZivildienstPlus schon jetzt erfolgreiche Wege. So stieg die Zahl der Zivildienstleistenden im PARITÄTISCHEN Schleswig-Holstein von 2006 bis 2009 um 22,3 %. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen lag das Plus bei 11,4 %, in Niedersachsen bei 7,4 %.

Diese Entwicklung ist jedoch kein Grund, sich auszuruhen. „Wir möchten als Verband noch attraktiver für die jungen Männer werden und sicherstellen, dass sie mehr von ihrem Dienst profitieren“, betonte Bernd Ehlers, Mitorganisator der Tagung und Geschäftsführer der Paritätischen Sozialdienste. Dabei gehe es neben der Vermittlung von fachlichen und sozialen Kompetenzen auch um mehr Chancen im späteren Berufsleben.

Wie diese Ziele umgesetzt werden können, stand während der Tagung im Mittelpunkt verschiedener Workshops. Dort wurde diskutiert, wie sich der Zivildienst in den Einrichtungen noch stärker zu einem attraktiven Lerndienst weiterentwickeln lässt. Wichtige Impulse dazu lieferte Dr. Thomas Gericke von der Gesellschaft für Innovationsforschung und Beratung aus Berlin. Anhand erster Ergebnisse eines nationalen Forschungsprojektes Zivildienst zeigte er auf, wie sich aus wissenschaftlicher Sicht die soziale Arbeit auf die jungen Männer selbst auswirkt.

Die vorgestellten Ergebnisse lieferten auch Anregungen für das Expertenforum auf der Tagung. Auf dem Podium gingen die Teilnehmer der Frage nach, wie sich der Lerndienst auf verschiedenen Ebenen attraktiver gestalten lässt – durch fachliche und persönliche Qualifikationen, eine stärkere Anerkennung der Leistungen und eine umfassende Integration in sozialen Einrichtungen.  

Ganz wichtig ist dabei das Engagement aller Beteiligten. „Je vielfältiger die Angebote, desto größer ist der Erfolg“, bekräftigte Frauke Walhorn ihren Wunsch, dass sich noch mehr Mitgliedsorganisationen an der Gestaltung des Lerndienstes beteiligen. Sehr positiv wurde ein Vorschlag von Ingrid Franzen aufgenommen. Sie kündigte an, das Thema in den Landtag zu tragen, um bei den Schleswig-Holsteinischen Politikern für einen attraktiven Lerndienst zu werben.

Der Ausbau des Zivildienstes zu einem Lerndienst ist jetzt in der dritten Novelle des Zivildienstgesetzes verankert. „Damit ist der PARITÄTISCHE sehr zufrieden“, sagte Bernd Ehlers. Ein wichtiges Ziel gilt es aber noch zu erreichen: die Möglichkeit einer freiwilligen Verlängerung des Zivildienstes. Eine Aufgabe, die auch für Jens Kreuter in der kommenden Legislaturperiode auf der Agenda steht. In Kiel brachte er den Grundgedanken der Tagung mit einem Appell an alle auf den Punkt: „Ich bitte Sie, sich aktiv an der Gestaltung des Zivildienstes als Lerndienst zu beteiligen.“

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