Forschungsprojekt "Lebenserfahrung Zivildienst" in Berlin vorgestellt

Soll der Zivildienst freiwillig verlängert werden? Diese Frage sorgte auch zwischen Bernd Ehlers, Geschäftsführer der Paritätischen Sozialdienste, und Sönke Rix, MdB (SPD) für eine lebhafte Diskussion.
15. Dezember 2008 – Raum für Beziehung und Gespräch, Zeit für die biographische Orientierung, Chancen für den Erwerb verschiedener Qualifikationen: „Zivildienstleistende profitieren in vielen Bereichen von ihrer Tätigkeit“, sagte Dr. Hermann Kues anlässlich der Fachtagung „Lebenserfahrung Zivildienst“ in Berlin. Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesjugendministerium stellte die Ergebnisse des Forschungsprojektes "Zivildienst als Sozialisationsinstanz für junge Männer" vor. Die Auswertungen der wissenschaftlichen Untersuchung fließen jetzt in die Arbeit der Projektgruppe in Schleswig-Holstein mit ein – zur Weiterentwicklung der Modellprojekte ZivildienstPlus und Helfer für soziale Dienste.
Das dreijährige Forschungsprojekt ist vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Auftrag gegeben worden. Experten der Universität Dresden untersuchen, was der Zivildienst für die Entwicklung junger Männer in Deutschland bedeutet und was Zivildienstleistende während ihrer Tätigkeit lernen. Ein Ergebnis lautet: Mehr als 90 Prozent der befragten Einrichtungen, die Zivildienstleistende beschäftigen, stellen positive Entwicklungen bei den sozialen Kompetenzen der jungen Männer fest.
„Ob bei der Persönlichkeitsentwicklung oder beim Erwerb von wichtigen sozialen und beruflichen Schlüsselkompetenzen – der Zivildienst bietet ein großes Potenzial, von dem junge Männer profitieren", betonte Dr. Kues. Das zeige, dass die Bundesregierung mit der Initiative 'Zivildienst als Lerndienst' auf dem richtigen Weg sei.
Auch die Initiatoren des Lerndienstes und Modellprojektes ZivildienstPlus in Schleswig-Holstein sehen sich aufgrund der Forschungsergebnisse auf dem richtigen Weg. So bietet ZivildienstPlus den jungen Männern schon jetzt eine ganze Menge Extras und damit Pluspunkte – angefangen von anspruchsvollen Einsatzfelder im sozialen Bereich über eine gezielte Förderung bis hin zu einer individuellen Betreuung durch Mentoren.
In Berlin stand während der Podiumsdiskussion ein weiteres Thema im Blickpunk. Die freiwillige Verlängerung des Zivildienstes. Das Thema wurde vor dem Hintergrund der anstehenden Änderungen des Zivildienstgesetzes lebhaft diskutiert. Für eine freiwillige Verlängerung der Dienstzeit setzt sich der PARITÄTISCHE schon seit längerem ein.
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