"Besseres Lebenslauf-Tuning und ein Bewerbungsgespräch“
24. Juni 2008 – Gespannte Aufregung herrschte auf der einen Seite, großes Interesse am
sozialen Engagement auf der anderen: Für den Besuch des NDR-Hörfunks in
der Zivildienstschule Kiel hatten die Teilnehmer von ZivildienstPlus
zahlreiche Erlebnisse aus ihrer sozialen Arbeit im Gepäck. Als der
Redakteur sein Mikrophon ausgepackt hatte, konnten sie nicht nur das
Modellprojekt vorstellen, sondern auch von ihren persönlichen
Eindrücken und Erfahrungen berichten. Und aus der täglichen Arbeit
sowie den praktischen Projekten gab es einiges zu erzählen.
Hier einige Stimmen von Zivildienstleistenden:
Nils Schatzmann:
"Ich habe mich bewusst für eine Verlängerung entschieden. Neun Monate
Zivildienst sind zu kurz, um eine Einrichtung richtig kennen zu
lernen." Viel Spaß haben dem Zivildienstleistenden die Seminare
gemacht. Und noch etwas ist ihm ganz wichtig: "Mein Lebenslauf-Tuning
ist echt besser geworden." Zwölf Monate soziale Arbeit, Zeugnis und
praktische Projekterfahrungen können sich in jeder Bewerbung sehen
lassen.
Das kann auch Tobias Nehren bestätigen: "Ich bin aufgrund der Teilnahme an ZivildienstPlus
zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Das war für mich eine
echte Chance und super wichtig." Die Chance hat er auch gleich genutzt.
Der Arbeitgeber zeigte sich überaus interessiert an seinem Engagement
und den Projekterfahrungen. Zu erzählen hatte Tobias genug - und damit
die erste Hürde in dem Gespräch genommen.
Peer Gregersen:
Für ihn war während seiner Dienstzeit beeindruckend, wie er mit seinen
eigenen Kompetenzen eine schwierige Situation deutlich positiv
verändern konnte:
Während einer Pause in der Kindertagesstätte, in
der er arbeitet, saßen er und zahlreiche Kinder an der Sandkiste. Ein
Junge war dabei auffallend aktiv und überaus unaufmerksam. Für Peer war
die Situation eine Herausforderung. Um den Jungen wieder in die
Gemeinschaft zu integrieren, nahmen er und sein Kollege ihre Gitarren
und fingen an zu spielen. Das Kind ließ sich von den Klängen einfangen.
Es konzentrierte sich nach kurzer Zeit vollständig auf das
Gitarrenspiel und fing an, mit seinen Händen im selben Rhythmus auf den
Sandkasten zu schlagen. Damit hatte Peer die Aufmerksamkeit des Kindes
wieder gewonnen - und sich dabei auf seine eigenen Möglichkeiten
verlassen.
Marten Gerdnun: Erdbeeren pflücken von selber
gesetzten Pflanzen. Das können die Kinder in der Integrativen
Kindertagesstätte Adelby 1. Der Zivildienstleistende Marten Gerdnun hat
mit den Jungen und Mädchen ein Hochbeet für Erdbeeren angelegt. Die
Arbeit war für alle Beteiligten ein echtes Highlight. "Für einige habe
ich eine Vaterrolle übernommen. Sie hatten wohl noch keinen Mann mit
Bohrmaschine in der Hand gesehen", beschreibt Marten eine Erfahrung.
Ihm hat die Arbeit mit den Jungen und Mädchen viel Spaß gemacht. "In
der Schule habe ich immer nur aufgenommen. Jetzt macht es einfach Spaß,
einer jüngeren Altersgruppe etwas mitzuteilen und sie anzuleiten",
beschreibt er einen Reiz seiner Aufgabe. Und eins steht für ihn schon
jetzt fest: "Ich werde nach meinem Zivildienst weiter im sozialen
Bereich arbeiten und gucke, was ich studieren kann."
Johannes Schwarz: Nach ZivildienstPlus
will Johannes Schwarz Physik studieren. In seiner Freizeit steht für
ihn das ehrenamtliche Engagement im sozialen Bereich ganz oben auf der
Wunschliste: "Mich reizen vor allem die Handwerkermärkte im
Handwerkerhof fecit, die dreimal im Jahr in Kiel stattfinden. Dort wird
immer Hilfe gebraucht."
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