Torsten Lengsfeld – Marli GmbH, Lübeck (leicht gekürzt)
Voraussetzung für ein Lernen in der Praxis ist die Sicherstellung einer prozessorientierten Kommunikationsstruktur. Sie bildet zugleich den Kernbestandteil des Lernens in der Praxis. Eine individuelle Beratung und Reflexion im jeweiligen Kontext sichert den Erfolg des Lernens.
Ausgehend von einem Modell des ganzheitlichen Lernens unter Berücksichtigung der defizitvermeidenden Förderung in den Bereichen Fach-, Methoden-, Individual- sowie Sozialkompetenz ist in besonderem Maße die Reflexion als Form der individuellen Orientierung an der Realität sowie einer systemisch orientierten Form der kollegialen Supervision auf jeder Entwicklungsstufe im Kontext einer individuellen Förderung der Einzelpersönlichkeit hervorzuheben und sicher zu stellen. Folgende Voraussetzungen muss dieses System erfüllen:
Kontinuität
Die Einrichtung benennt eine dauerhafte personelle Anleitung im konkreten Lern- und Tätigkeitsfeld des Zivildienstleistenden. Damit wird eine Beziehungskonstanz zur Schaffung eines vertrauensvollen Miteinanders als grundlegendes Moment der Persönlichkeitsentwicklung ermöglicht. Regelmäßige Reflexionsmöglichkeiten, die der Notwendigkeit des Moments verpflichtet sind, sind gegeben.
Verbindlichkeit
Zu Beginn der Gesamtmaßnahme wird mit dem Zivildienstleistenden ein Curriculum für die zu vermittelnden Lerninhalte erarbeitet. Ca. 60 % der Themen werden dabei von der Einrichtung vorgegeben. Die verbleibenden 40 % sollen nach individuellen Bedürfnissen des Zivildienstleistenden entwickelt und vereinbart werden. Das Curriculum ist dem Zivildienstleistenden anschließend auszuhändigen.
Anspruch
Die Lern- und Handlungsfelder im Rahmen der Erlangung theoretischen Wissens und praktischer Handlungskompetenz müssen für die Zivildienstleistenden eine Entwicklungsmöglichkeit beinhalten. Dabei sind Entwicklungspotentiale vorab zu prognostizieren. Ein Mittel der Informationsgewinnung soll dabei eine Projektarbeit sein. Die Ergebnisse sind zu dokumentieren.
Information
Der Zivildienstleistende ist zu Beginn der Maßnahme im Rahmen einer Einführungsveranstaltung über alle notwendigen Aspekte zur Ausübung der Tätigkeiten im Unternehmen zu informieren. Der Zivildienstleistende ist in die vorhandene Besprechungsstruktur nach Möglichkeit vollständig einzubinden. Damit soll der Zivildienstleistende den Stellenwert des eigenen Handelns im Kontext des Gesamtunternehmens definieren und eine Zukunftsbedeutsamkeit eigenen Handelns für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit erkennen.
Kooperation
Eine Einbindung des Zivildienstleistenden in komplexe Prozesse ist anzustreben. Dabei sollen Synergien hergestellt werden als Beispiel für ein vernetztes Arbeiten in einem multiprofessionellen Team zum Zwecke der Erhöhung der Effizienz des eigenen Handelns.
Der Zivildienstleistende soll zu übergreifendem Denken und Handeln in multispektralen Lern- und Arbeitszusammenhängen angeregt werden. Dazu sollen verschiedene Systeme vernetzt werden und dem Zivildienstleistenden als Information zugänglich gemacht werden (z. B. Vernetzung von pädagogischen und therapeutischen Arbeiten oder pädagogischen und handwerklichen Tätigkeiten).
Curriculum für die zu vermittelnden Lerninhalte
Zu Beginn von ZivildienstPlus wird mit den ZivildienstleistendenPlus ein Curriculum erarbeitet. Ca. 60 % der Themen werden von der Einrichtung vorgegeben, die verbleibenden 40 % sollen nach den individuellen Bedürfnissen und Wünschen des ZivildienstleistendenPlus entwickelt und vereinbart werden. Das Curriculum wird im Transferheft (Dokumentationsordner) abgelegt.
Die Einrichtung ist gefordert, folgende Lernbereiche zu berücksichtigen:
Transferheft / Dokumentationsordner
Über die Dauer von ZivildienstPlus wird ein Dokumentationsordner angelegt, der als "Jahrbuch" oder Transferheft dient. Abgelegt werden:
Vor Beginn des Dienstes wird gemeinsam mit dem Zivildienstleistenden ein Einarbeitungsplan erarbeitet. Es ist durch die Dienststelle sicherzustellen, dass der Zivildienstleistende alle notwendigen Informationen über die Einrichtung und seine späteren Tätigkeiten erhält. Folgende Punkte sollten aufgenommen werden:
Ein Mentor unterstützt die Zivildienstleistenden während der gesamten zwölf Monate von ZivildienstPlus. Er steht ihnen als Ansprechpartner mit Rat und Tat zur Seite. Mentor und Anleiter können unterschiedliche Personen sein.
Der Mentor
Die ZivildienstleistendenPlus erhalten die Möglichkeit, sich außerhalb der Bildungsveranstaltungen zu Gesprächsrunden zusammenzufinden, um sich auszutauschen.